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Vogelgrippe

von Dr. Petra Lahann
erschienen in der Guinea-Tips Ausgabe 73 / April & Mai 2006
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Ich möchte kurz die Frage diskutieren, inwieweit die Vogelgrippe gefährlich für Meerschweinchen werden kann. Es ist bislang noch nicht genau geklärt, ob Meerschweinchen erkranken können oder ob sie, wenn sie selber den Virus in sich tragen, ihn auf Menschen übertragen können. Die meisten Wissenschaftler halten Meerschweinchen für NICHT gefährdet und glauben auch nicht, dass Menschen sich über infizierte Meerschweinchen anstecken könnten. Dennoch Vorsicht ist natürlich immer besser als Nachsicht.

Wann und wie müssen wir also vorsichtig sein. Eine Gefahr geht nur von Entenvögel, Gänsen und Hühnern aus. Normale Singvögel, Raubvögel und Tauben können zwar selber die Krankheit haben, aber geben über den Kot so wenig Viren ab, dass man sich durch Kontakt mit diesen Tieren oder gar durch Aufnahme des Kot nicht anstecken kann. Man könnte sich an diesen Vögeln nur infizieren, wenn man/schwein sie roh frisst (das zumindest habe ich noch bei keinem Meerschweinchen beobachten können). Aber auf diese Weise können sich z.B. Hunde oder andere Raubtiere bei Singvögeln anstecken.

Erkrankte Hühner und Entenvögel scheiden leider über den Kot so viele Viren aus, dass ein Meerschweinchen/Mensch über die Aufnahme des Kots theoretisch erkranken könnte. Den Kot können Meerschweinchen fressen, wenn er sich zum Beispiel im Auslauf auf dem Gras befindet oder der Futtersklave kotverschmiertes Gras verfüttert. Hier sollte man dann auch etwas vorsichtig sein.

Beim Graspflücken sollte darauf geachtet werden, dass das Gras nicht mit Vogelkot beschmutzt ist und man sollte das Gras auch nicht unbedingt am Uferrand von Flüssen und Teichen sammeln und z.B. auch nicht von Wiesen, wo Wildgänse fressen. Beim Aufbau des Gartenauslaufs sollte ebenso darauf geachtet werden, dass sich kein frischer Vogelkot auf dem Grasstück befindet, wenn tendenziell Enten, Gänse und Hühner im Garten unterwegs sind.

Das Gute ist, dass die Viren im Kot nur wenige Stunden/Tage überleben können, umso wärmer es ist, desto schneller sterben sie. Also könnte man auch den Auslauf im Garten aufstellen, oben geschlossen, und dann ein paar Tage später unbesorgt die Schweinchen reinsetzen.

Auch das verfütterte Heu (getrocknetes Gras) stellt keine Gefahr da, da dieses vor der Verfütterung ausreichend lange in der Sonne getrocknet wurde und dann noch längere Zeit gelagert wird und so alle Viren definitiv abgestorben sind.

Meerschweinchen können sich nicht anstecken, wenn eine Katze am Gehege vorbeistreicht, ein Singvogel drin landet oder sie mit anderen Wildtieren Kontakt haben.

Es besteht demnach kein Grund zur Panik, insoweit auch nicht, da bislang noch keine infizierten Vögel in Hamburg und Umgebung gefunden wurden. Wenn dies in größerem Maßstab passieren sollte, dann besteht immer noch die Möglichkeit, ganz auf Auslauf und Graspflücken zu verzichten. Im Moment sind solche Maßnahme unsinnig.

P.S. Es stimmt mich sehr traurig, dass die Tierheime zur Zeit überquellen an Tieren (auch Meerschweinchen), die aufgrund der Vogelgrippe und der aus wissenschaftlicher Sicht völlig überzogenen Panik ums eigene Leben, erzeugt von den Medien, abgegeben werden.

 
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