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Rezessive Vererbung oder Überraschung?von Anke Kühl Salome ist eine wunderschöne Goldagoutischimmelin und wurde mit Idefix, einem Bock in buff, verpaart. Ich hoffte natürlich auf kleine Goldagoutischimmelchen, da die Mutter über goldagouti-weiss x rot und der Idefix über buff x buff gezogen war. Nach langer Wartezeit endlich: die Wehen setzten ein. Der 1.Welpe ein goldagouti (wie erwartet), der 2.Welpe eine goldschimmelin p.e. (gar nicht erwartet) und der 3. Welpe eine Lilac-Safranschimmelin (überhaupt nicht erwartet). Huch?!? Die Überraschung war gelungen – damit hatte ich ja gar nicht gerechnet! Zweiter Streich: Schildpatt-Mädchen Mira verpaart mit Buntschimmelmann – so ein schöner dominanter Farbgang… Mutter gezogen über schildpatt-weiß x beige, Bock über buntschimmel x rot. Was gibt das? 1. Welpe ein Buntschimmel, 2.Welpe rot, und 3. und 4. Welpe weiß p.e. (!). Da hatten die lieben rezessiven Gene zugeschlagen… Denn die Salome hat in der 5. Generation ein Goldargente in der Ahnentafel und Idefix in der 4. Generation gold p.e. stehen. Da hatten sich zwei gefunden… Miras Urgroßmutter war ein Himalaja und der Schimmelmann hatte in der 3. Generation auch himalaja in den Papieren vermerkt. Auch in dieser Verpaarung sind also zwei rezessive Gene aufeinander getroffen. Erläuterung: Meerschweinchen, von denen man sicher weiß, dass sie keine unangenehmen Überraschungen tragen, nennt man reinerbig. Genetisch betrachtet ist es „homozygot“ hinsichtlich seiner Farbe oder Fellbeschaffenheit. Kaufe ich also ein einfarbig rotes Meerschweinchen so ist es nur homozygot/reinerbig, wenn es einschließlich nur über Rot gezogen ist. Habe ich hingegen ein einfarbig schwarzes Meerschweinchen, dessen Mutter schokolade ist und der Vater schwarz, besitze ich ein „heterozygotes“ Meerschweinchen – also ein Trägertier. Denn es hat sowohl vom Vater das Gen für schwarz, als auch von der Mutter das Gen für schokolade mitbekommen. Eine einzige Testkreuzung mit diesem schwarzen Trägertier und einem Schokoschweinchen reicht meistens, um wider schokofarbene Meerschweinchen hervorzubringen. Auch ein rezessives Gen das weiter zurück liegt, kommt unter Umständen wieder zum Vorschein mit dem passenden Gegenstück, wie zum Beispiel bei Mira und der Salome. Die Lilac-Safranschimmelin aus Salomes Wurf trägt rezessiv nun den Agoutifaktor der Mutter. Will man keine Agoutis ziehen, sollte man tunlichst auf die Abstammung des Bockes achten. Er sollte kein Agouti in den Papieren haben – denn sonst?!? Hätten sich wieder zwei gefunden… | |||
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